Ostereistedt

Dorfgeschichte - einmal anders gesehen

Als im Jahre 1967 Peter Frankenfeld in seiner damaligen „Vergißmeinnicht"-Sendung aus purzelnden Osterei-Altrappen den Ortsnamen „Ostereistedt" und die dazugehörende Postleitzahl 2149 erraten ließ, trat ein kleines Dorf mit seinen 553 Einwohnern. 98 Häusern und zahlreichen Horn-, borsten- aber wenigem Federvieh in das Rampenlicht der großen Öffentlichkeit. Die Redaktionen von großen und kleinen Zeitungen von Bremerhaven bis Konstanz interessierten sich für diesen Ort, der nur auf Landkarten mit einem großen Maßstab zu finden ist. Neben dem Bauboom, Reiseboom trat nun so etwas wie ein Mini-QSTEREIstedt-Boom auf, der bis zu den Montrealer Nachrichten, der größten deutschsprachigen Zeitung Kanadas, seine Wellen und Wogen schlug.

 

Was war geschehen? Hausten hier Revoluzzer, waren Mord und Brand Aufhänger für Sensationsmeldungen der Boulevardpresse? Oder gar Ostereistedt als Fabrikationsstätte des leuchteten Kopfes der Wissenschaft oder der Politik?

Nichts von dem. Man vermutete, leider zu Unrecht sei gleich gesagt, hier die Fabrikationsstätte des allerorts bekannten und bei den Kindern sehr beliebten Osterhasen, denn irgendwo müssen ja die Ostereier herkommen.

So wurden dann eifrig Moor und Heide, Glockenturm und alte Bauernhäuser fotografiert, lange Berichte geschrieben - dem Chronisten fiel bald nichts mehr ein - und im stillen gehofft, auch dieser Boom möge eines Tages durch nachlassendes Interesse sein natürliches Ende finden.

 

Aber noch schreiben Kinder aus Berlin. München oder Essen an den „lieben Osterhasen in OSTEREIstedt" wünschen sich dies und das, aber am meisten, dass „Vati und Mutti mehr Zeit für mich haben".

Wenn alljährlich zur Osterzeit Zeitungen oder Zeitschriften ihren Lesern empfehlen, mit ihren Kindern eine Osterfahrt nach Ostereistedt zu machen dann ist dieser Gedanke gar nicht so neu.

 

Bereits 1939 brachte die berühmte „Berliner Illustrierte“ eine Aufnahme des Ortsschildes in ihrer Osterausgabe. Ob damals Eltern mit ihren Sprößlingen aufgrund dieses Berichtes einen Ausflug nach Ostereistadt machten, ist nicht überliefert Eher ist anzunehmen, dass die damaligen Zeiten keinen großen Sinn für derartige Scherze hatten.

 

Diesem kleinen Dorf mit dem ungewöhnlichen Namen darf man nun wirklich nicht - ganz ernsthaft gesprochen - einen mythischen Hintergrund geben.

Der Ortsname hat nichts mit den schimmernden Mären unserer Vorfahren zu tun, nichts mit der Zeit der Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche, dem alten Neumondfest, den längst vergessenen Spielen „Osterdoor", wo „das Tor" - die Brücke - den Übergang von der Innen- zur Außenwelt symbolisiert, das ewige Gesetz von „Stirb und Werde" versinnbildlicht

 

Die Deutung des Namens ist auch nicht in der „östlichen Eichenstätte" zu suchen. Wer käme schon auf die Idee, wenn alle Siedlungen unserer engeren Heimat in Eichenwäldchen liegen, dieses für ein Dorf besonders zu betonen? Der Ursprung des Namens ist - wie es sich gehört - bäuerlich einfach. Da siedelte irgendwann im frühen 13. Jahrhundert ein Eike in der Wildnis zwischen Zeven und Rhade. Dieser Eike (Eckehard) machte des Land urbar, hatte damit Erfolg und zog somit andere Siedler nach Diese "Neu"-bauern durften ihm aber nicht zu nahe kommen Sie bauten sich daher westlich und östlich von der Wohnstätte des Eike (Eystede) an So entstanden die Siedlungen Oster Eystedte und Wester Eystede (heute Rhadereistedt). Den Nachkommen jenes legendären Eike wurde es dann wohl bald zu volkreich Jedenfalls zog im 14. Jahrhundert eine Eike aus Eystede fort und kaufte sich in einem anderen Kirchspiel einen groten Hoff".

 

Reinhard Rüdiger

 

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