Godenstedt

... ein kleines Dorf im Landkreis Rotenburg/Wümme und Qrtsreil der Gemeinde Seedorf erhielt seinen Namen vermutlich von Johann von Godenhusen, der 1230 den heutigen Ort Godenstedt als Lehngut der Grafen von Hoya erhielt.
Besiedelt war die Gegend um Godenstedt bereits seit der Jungsteinzeit. Alte Grabanlagen, von denen eine kürzlich restauriert wurde, künden davon. Außerdem wurden am Ortsrand von Godenstedt (Westseite) mehrfach steinzeitliche Arbeitsgeräte entdeckt (Steinmesser, Klingen.

 

Um 1500 bestand „Gudenße", wie damals der Ort hieß, aus 5 Bauern¬höfen, deren Bewohner den Zehnten" an den Domkantor in Verden zu zahlen hatten, im Zuge der „Verkuppelung" im Jahr 1855 wurden alle Grundflächen der Gemarkung Godenstedt neu geordnet und den Bauernhöfen. Anbauern sowie dem Lehrer-Gehöft zugewiesen. Diese Neuverteilung wurde so vorgenommen, dass jeder Grundeigentümer angemessene Anteile an Acker-, Grünland-, Heide-, Wald- und Moorflächen erhielt.


Teilweise würden die Flächen den Höfen derart zugeordnet, dass für die Erreichung der Flächen vom jeweiligen Hof aus sehr geringe Zeiten erforderlich würden. Man bedenke in diesem Zusammenhang, dass alle Wege zu Fuß oder mit dem Pferdefuhrwerk zurückgelegt werden mussten und somit auf möglichst kurze Wege Wert gelegt wurde. Insofern ist die damalige Grundstückszuordnung nahezu ideal vollzogen worden. Im Wesentlichen gilt diese Flächen-Verteilung noch heule, wenn auch durch Höfeteilungen und Veräußerungen gewisse Veränderungen einge¬treten sind.


Kurz vor Ablauf des 19. Jahrhunderts erfuhr das Dorf Godenstedt eine überraschende Veränderung, die sich bis in die 30-er Jahre des 20. Jahrhunderts hinziehen sollte: Auf einem Grundstück in der Nähe der Oste wurde zufällig ein großes Kalkmergel-Vorkommen entdeckt. Dieser Mergel, der nach Untersuchun¬gen über 90% Kalkanteile besaß, wurde fortan zur Düngung der Ackerflächen genutzt Nicht nur in Godenstedt selbst erfreute sich das Düngematerial großer Beliebtheit, es wurde auch speziell von der für den Mergel-Abbau gegründeten Organisation an die umliegenden Dörfer verkauft.


Das Düngematerial war so begehrt, dass es auch sehr bald in der gesam¬ten Region angeboten werden konnte. Begrenzt war man allerdings in der Mergel-Förderung wegen des ständigen Kampfes mit dem Grundwasser in der Mergelgrube und durch die Transportmöglichkeiten, die ausschließlich mit Pferdefuhrwerken erfolgten.


Durch den Bau der Eisenbahnstrecke Bremervörde-Rotenburg im Jahr 1906 erfuhr daher der Mergelabsatz einen erheblichen Aufschwung. Jetzt konnte der Mergel sehr viel weiter, somit in den gesamten Elbe/Weser-Raum und bis in die Lüneburger Heide transportiert werden. Zur Ableitung des immer stärker drängenden Grundwassers wurden meh¬rere dampfgetriebene Pumpen eingesetzt, die für trockene Böden und Erleichterungen bei den Abbau-Arbeiten sorgten.
Mit Beginn des 1. Weltkrieges 1914 wurde die Mergelförderung eingestellt, da die erforderlichen Arbeitskräfte nicht mehr zur Verfügung standen. Die Mergelgrube füllte sich mit Wasser und verlandete teil¬weise.

Anfang der 30-er Jahr wurde nochmals das gesamte Wasser aus der Grübe herausgepumpt und versucht, auf die noch reichlich vorhandenen Lagermengen des Mergels zurückzugreifen. Dies wurde allerdings recht bald endgültig eingestellt, da die Arbeitsverhältnisse insbesondere das ständige Abpumpen des Wassers, einen wirtschaftlichen Abbau des Mergels nicht mehr zuließen.
Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang auf den Fund eines großen Mammutstoßzahnes in der Mergelschicht. Dieser Zahn, der im Landes¬museum in Hannover auf bewahrt wird, lasst erkennen, dass in der Region um Godenstedt in Urzeiten das Mammut beheimatet war. Das Mammut bildet auch den wesentlichen Teil des Godenstedter Ortswappens, das außerdem noch einen Spaten als Symbol für das Mergelgraben zeigt
Heute ist Godenstedt - das Dorf ist durch die Oste in 2 Bereiche unter¬teilt - an der westlichen Seite ein Bauerndorf und an der nordöstlichen Seite ein Wohndorf mit lockerer Siedlungsstruktur.
Geprägt wird das Ortsbild einerseits durch die mitten durch das Dorf fließende Oste mit ihren ausgedehnten Niederungswiesen, andererseits durch einen umfangreichen Baumbestand, der im Ortskern überwiegend aus z T. jahrhundertealten Eichen besteht.

 

Um den Ort herum, insbesondere an den Nord- und Ostseiten gibt es große Waldflächen, wahrend westlich des Ortes umfangreiche Acker¬flächen an den Ort angrenzen, die im Hintergrund wiederum in bewaldete Zonen übergehen.
Etwas Besonderes in Godenstedt ist das Bauinkataster. Der herrliche alte Baumbestand ist genau vermessen und kartiert worden. Die Bürger bemühen sich, ihn zu erhalten und rechtzeitig nachzupflanzen, wenn Abgänge drohen.
Insgesamt umfasst die Gemarkung Godenstedt 364 Hektar. Davon sind ca. 630 Hektar landwirtschaftliche Nutzflächen und 180 Hektar Wald.
Die Einwohnerzahl m Godenstedt betragt 185 Personen (G1.12.Q2j. Davon sind 66 Personen erwerbstätig:

  • 30 Personen in der Landwirtschaft
  • 15 Personen im Gewerbe/Handel
  • 21 Personen in sonstigen Berufen
  • 36 Personen sind Auspendler

Die besondere Lage des Ortes Godenstedt sowie die ausgeprägten Naturschönheiten m der Umgebung - insbesondere m der Osteniederung - führten in den letzten Jahren zur Belebung des Tourismus in der gesamten Region So werden auch in Godenstedt auf einigen Bauernhö¬fen Ferienwohnungen angeboten, die sich großer Beliebtheit erfreuen.

Man ist bemüht, mit Unterstützung des Verkehrsvereins Selsingen auch künftig einen „sanften Tourismus" zu fördern, einen Massentourismus wie in anderen Regionen wird es auch in Zukunft nicht geben.
Urlaub auf dem Lande wird immer mehr angeboten und besonders von Familien mit kleinen Kindern genutzt Gerade die Kinder können sich auf - den Bauernhöfen frei bewegen und mit Tieren in Kontakt kommen. Auf diese Weise sammeln die Kinder spielerisch Erfahrungen fürs Leben.
Das Dorf Godenstedt nahm an dem bundesweiten Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden" mit großem Erfolg teil. Der Höhepunkt war dabei die Erlangung der höchstmöglichen Auszeichnung, der Goldplakette.
Obwohl die Landwirtschaft noch immer prägend für den kleinen Ort ist, ist doch zu erkennen, dass sich in den letzten Jahrzehnten ein erheblicher Strukturwandel vollzogen hat. Während es im Jahr 19G5 noch 15 land¬wirtschaftliche Betriebe in Godenstedt gab, reduzierte sich diese Anzahl bis heute auf 9 Betriebe, die sich z.T. auf Schweinezucht und Mast, bzw. auf Milchwirtschaft spezialisiert haben.
Innerhalb des Dorfes wurden m den letzten Jahrzehnten 2 umfangreiche
Baumaßnahmen durchgeführt, die zur Prägung des Ortsbildes erheblich
beitrugen.
Zum einen wurde die im Krieg zerstörte und lange Zeit als, Provisorium
bestehenden Ostebrücke erneuert. Diese Maßnahme kam in Verbindung
mit dem angrenzenden Straßenbau dem gesamten Verkehr zugute.

 

Weiterhin wurde im Ortskern auf einem von der Gemeinde erworbenen Privatgrund stück ein Gemeinschaftshaus errichtet, das den Bedürfnissen der Bürger sowohl in der Größe als auch in der wirtschaftlichen Nudlung gerecht wird. Hier finden alle öffentlichen und privaten Veranstaltungen des Dorfes statt.
Besonders hervorzuheben ist, dass regelmäßig im Gemeinschaftshaus zumeist in den Wintermonaten •• Aufführungen der plattdeutschen Theatergruppe stattfinden. Der Beliebtheitsgrad dieser Gruppe ist in¬zwischen derart angewachsen, dass bei den Vorstellungen oft Publikum aus der gesamten Region zu begrüßen ist.

von Dieter Brandt
Bedingt durch die geringe Größe und Einwohnerzahl des Dorfes ist es verständlich, dass hier, nicht eine größere Anzahl von Vereinen entstehen konnte. So gibt es außer der erfolgreichen Theatergruppe noch die freiwillige Feuerwehr, die außer ihrer eigentlichen Aufgabe zusätzlich wesentliche Impulse bei der Gestaltung des kulturellen und gesell¬schaftspolitischen Lebens gibt. Viele Godenstedter Burger gehören darü¬ber hinaus weiteren Vereinen in umliegenden Orten an. Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe bestehen in Zeven und Selsingen. Außerdem werden im Stand des Godenstedter Hofladens frisches Gemüse und Kartoffeln angeboten, vorrangig in den Sommer- und Herbstmonaten.

Die Grund- und Realschulen für Godenstedter Kinder, befinden sich im 5km entfernten Selsingen. das Gymnasium kann in Zeven, ebenfalls etwa 5km entfernt, besucht werden.
Seit 1903 besteht die Bahnstrecke Bremervörde - Rotenburg und somit auch ein Bahnhof in Godenstedt. Der Personenverkehr wurde bereits 19GB eingestellt und die Bahnhofs-Betriebsgebäude abgebrochen. Seit¬dem wird lediglich Güterverkehr betrieben.
Der Ort wurde 19GG an die zentrale Wasserversorgung des damaligen Landkreises Bremervörde angeschlossen, die Abwasserbeseitigung erfolgt bisher noch, über Kleinklaranlagen, Es ist jedoch geplant, das Abwasser in absehbarer Zeit einer der Großkläranlagen in der Samtgemeinde Selsingen zuzuführen.
Auf einem kleinen in schlichter Form gestalteten Friedhof außerhalb des
Dorfes - an der Zevener Straße - finden die Bestattungen der verstor¬benen Godenstedter Bürger statt Die Trauerfeiern im Gemeinschaftshaus werden vom Geläut der im Jahr 1952 installierten Glocke begleitet.
In Godenstedt zeigt sich, wie interessant und anziehend auch ein kleiner Ort als Lebensraum sein kann.


Dies wurde besonders von den jeweiligen Bewertungskommissionen des Landes und des Bundes im Zuge der Dorfverschönerungsaktion gewürdigt.
Die Einwohner haben sich zum Ziel gesetzt, ihren Ort so zu gestalten,
dass sie und auch ihre Gaste sich wohlfühlen.

 

 

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