Sandbostel

Die 100jährige Betglocke in Ober Ochtenhausen

1896 - 1996

100 Jahre Betglocke  in Ober Ochtenhausen

 

Jubiläum der Stiftung  von Johann Peter Wilkens

Lehrer in Ober Ochtenhausen

 

Festschrift Zur Erinnerung

 

I Eine Betglocke für die Gemeinde Ober Ochtenhausen
II Die alte Stiftung erhält neues Leben
III Der Stifter, Persönlichkeit, Familie, Leben und Wirken
IV Die Erbschule in Ober Ochtenhausen
V Mit Hinrich Tomforde beginnt eine neue Zeit in der Schule
VI Das alte Schulhaus brennt ab - die Gemeinde baut eine neue
Schule
VII Die einklassige Volksschule
VIII Lehrer werden war nicht schwer...
IX Glockenklang

 

Vorwort

„Zur Ehre Gottes" lautet die Inschrift auf der Glocke. Nichts anderes, als daß sie weiterhin dazu erklingen möge, beabsichtigt diese kleine Schrift mit dem rückschauenden Blick zu erreichen. Sie möchte wesentliche Bereiche der Vergangenheit erhellen und markieren, um den Sinn der Stiftung weiter in die Zukunft hinein wirken zu lassen zur Erbauung der Dorf-bewohner in Ober Ochtenhausen. Dem Verfasser ist von der Einweihung der neuen Glocke 1953 der Ruf eines Redners prägend in Erinnerung geblieben: „Land höre des Herren Wort".

Mit dem Jubiläumsfest der Stiftung am 17. August 1996 möge eine geistige und geistliche Wegmarke im Dorfe neu sichtbar werden.

Diese kleine Broschüre kann nur eine Sammlung von Bruchstücken verschiedener Doku-mente und Erinnerungen sein. Sie möchte Anregung geben für weitere kulturhistorische Sammeltätigkeit in unseren Dörfern.

Der Verzicht auf wissenschaftliche Perfektion wird u.a. daran deutlich, daß der Frage nach der Kinderzahl des Stifters, die an einer Stelle mit 10 und an anderer Stelle mit 9 angegeben ist, nicht weiter nachgegangen wurde.

Dank sei denen gesagt, die bei der Zusammenstellung dieser Broschüre zugearbeitet ha-ben. Namentlich seien erwähnt Ewald Albers, Zeven, Frau Dr. Elfriede Bachmann, Bremer-vörde, Karl-Friedrich Beyermann, Sittensen, und Manfred Thoden, Ober Ochtenhausen, jetzt Sittensen. Der Samtgemeinde Selsingen und dort besonders Frau Meier sei Dank gesagt dafür, daß der Text zu Diskette und Papier gebracht wurde.


Gemeinde Sandbostel

 

Grußwort

Zur Festveranstaltung anläßlich des 100-jährigen Bestehens der Betglocke Ober Ochten-hausen begrüße ich Sie, die Festteilnehmer und Leserinnen und Leser dieser kleinen Schrift, im Namen der Gemeinde Sandbostel ganz herzlich.

Ist ein 100-jähriger Geburtstag einer kleinen Glocke überhaupt ein ausreichender Grund für eine Jubiläumsfeier?

Nun, ich denke schon, besonders wenn man berücksichtigt, welche Bedeutung für den Ta-ges-, Arbeits-, Feierabend- und damit Lebensrhythmus der Menschen in Ober Ochtenhau-sen diese Glocke lange Zeit gehabt hat.

Dem Autor dieser Schrift, Joachim Behnken, und seinen Helfern und Informanten ist Dank zu sagen und zu wünschen, daß die Geschichte der Betglocke von Ober Ochtenhausen nunmehr vor dem Vergessen bewahrt worden und gleichzeitig mit den Ausführungen zur Erbschule ein interessantes Stück Dorf- und Schulgeschichte aufgezeigt worden ist, von dem heute wohl nur noch wenige wissen.

Ich wünsche dieser Schrift viele interessierte Leserinnen und Leser und den Veranstaltun-gen während des Jubiläums einen guten Verlauf.

Für die Glocke möge in leichter Abwandlung von Schillers Gedicht gelten:

„Freude sie dem Dorf bedeute,
Friede sei stets ihr Geläute."

 

Grete Hildebrandt

Bürgermeisterin


Grußwort der ev. luth. St.-Lamberti Kirchengemeinde Selsingen
Es ist schon beachtenswert, daß vor 100 Jahren in Ober Ochtenhausen ein Lehrer der Gemeinde eine Betglocke stiftete. Er hat sicher um die Kraft eines Gebetes gewußt. Aus diesem Grunde hat er wohl gemeint, daß es gut ist, wenn eine Glocke täglich ein ganzes Dorf an die Güte und Allmacht Gottes erinnert.

Es gibt in unserer Kirchengemeinde viele Betglocken. Wir sollten uns in unserer lauten und schnellebigen Zeit immer wieder von ihrem Klang zur Ruhe, zur Einkehr und zum Gebet rufen lassen:

 

Verleihe, Herr, daß Arbeit und Ruhe dieses Tages
aus deinem Wort ihr Leben empfangen, daß wir in
Christus bleiben und dein Geist uns durchdringe.
Amen.

 

Wir beglückwünschen die Ober Ochtenhausener zur 100-jährigen Geschichte ihrer Betglo-cke. Möge sie immerfort zur Ehre Gottes läuten.


Klaus-Hinrich Detjen

(Kirchenvorsteher)

 

 

I Eine Betglocke für die Gemeinde Ober Ochtenhausen

Als vor 100 Jahren der Ober Ochtenhausener Lehrer Johann Peter Wilkens etwa ein halbes Jahrhundert die Schule versorgt hatte und kurz vor seiner Pensionierung stand, stiftete er seiner Schulgemeinde Ober Ochtenhausen im Jahre 1896 eine Betglocke. In den Jahren seines Wirkens hatte er wohl die meisten Ober Ochtenhausener in der Schule unterrichtet und kannte dadurch seine Dorfbewohner wie kein anderer. Er liebte seine Dorfleute und half ihnen, wo er nur konnte: ob es bei der täglichen Arbeit draußen oder ob es der Beistand in schriftlichen Dingen war, worin mancher doch recht ungeübt war.

Lehrer Wilkens wohnte in dem Hause an der Ecke, an der die Friedhofstraße von der Dorf-straße abzweigt (heute Lütje Witz). Darin hielt er auch Schule.

Hier lassen wir am besten einmal die zehnjährige Schülerin Martha Behnken im Bildband 1970 der Volksschule Ober Ochtenhausen berichten:

„Wie Ober Ochtenhausen die erste Glocke bekam
Lehrer Wilkens wohnte in dem Hause von Lütje Witz. Er hatte eine große Familie mit 10 Kindern. Morgens vor der Schule grub er schon seinen Torf. Nachmittags machte er seine eigene Landwirtschaft fertig und arbeitete noch bei den anderen Bauern im Tagelohn.
Er war sehr fleißig und sparsam. Er mochte seine Gemeinde sehr gern und wollte ihr eine Freude machen. Als er alt war, schenkte er Ober Ochtenhausen eine Betglocke, die aus Kupfer und Zinn war. Darauf stand der Name „Johann Peter Wilkens" und ein Spruch. Morgens, mittags und abends sollte sie die Menschen ans Beten erinnern. Wenn die Bronzeglocke geläutet wurde, nahm Lehrer Wilkens die Mütze ab und fal-tete die Hände.
Opa Matthias weiß noch, wie die Glocke eingeweiht wurde. Er war damals im zweiten Schuljahr. Der Chor der Schulkinder stand an Lütje Burfeinds Scheune. Nachdem sie fast ein halbes Jahrhundert der Gemeinde geläutet hatte, verstummte sie während des 2. Weltkrieges. Bronze mußte abgegeben und eingeschmolzen werden."


Bis zum Jahre 1942 hat die Glocke mit ihrem Klang die Dorfbewohner in Freud und Leid begleitet. Mitten im Krieg wurde sie abgeseilt. Sie wurde dann eingeschmolzen und fand als Kriegsmaterial Verwendung. Das weitere Schicksal der Glocke ist unbekannt. In den folgen-den Jahren bis 1953 stand der Glockenstuhl ohne Klang traurig da.

Der Glockenstuhl blieb aber auch ohne Geläut ein interessanter Versammlungsplatz für Alt und Jung im Dorf. Auf dem unteren Balken des Glockenstuhls befand sich bequeme Sitzge-legenheit, und viele Versammlungen der Dorfbewohner wurden hier unter freiem Himmel zünftig abgehalten. Dieser Platz hatte Tradition.

Wenn Anfang dieses Jahrhunderts der Gemeindevorsteher seinen Knecht mit dem Gemein-dehorn, auch „Moolhorn" genannt, durchs Dorf schickte, um zu „hörnen", dann wußte jeder, wo er sich kurzfristig einzufinden hatte: Bei der Glocke zum „Burmool". Hier wurde dann nach Altvätersitte unter freiem Himmel über wichtige Gemeindeangelegenheiten gespro-chen, beraten und beschlossen. Aber nicht allein zum Burmool versammelte man sich unter der Glocke. Im Sommer war hier allabendlich Treffpunkt der Dorfjugend. Mit Schifferklavier- und Handharmonikamusik fand so die jugendliche Fröhlichkeit den passenden Rahmen.

 
II Die alte Stiftung erhält neues Leben

Um die Weihnachtszeit 1952 und Neujahr 1953 besann man sich in der Gemeinde Ober Ochtenhausen auf die Stiftung von Lehrer Wilkens. Hierüber ist in verschiedensten Gemein-deprotokollen zu lesen, z.B. im Ratsprotokoll vom 2. Januar 1953. Kurz und knapp ist dort unter Tagesordnungspunkt 3 „Beschaffung einer Glocke" gechrieben: Eine Sammlung soll durchgeführt werden.

Die Fortsetzung finden wir dann im Protokoll des Gemeinderates vom 11. Februar 1953, wo unter Tagesordnungspunkt 2 beschlossen wurde: „Die Sammlung soll unverzüglich begin-nen. Es soll in jedem Haushalt gesammelt werden, einschließlich Heimatvertriebene". Die Inschrift für die Glocke soll folgendes zum Ausdruck bringen: Erstmalige Stiftung des Leh-rers Wilkens aus dem Jahre 1896. Abgegeben für Kriegszwecke 1942. Neubeschaffung 1953. „Zur Ehre Gottes". Die Inschrift soll durch einen Wettbewerb in passende Worte ge-kleidet werden.

Im Protokoll vom 10. März 1953 lesen wir dann unter Punkt 4 „Verschiedenes", daß be-schlossen worden ist, den Glockenstuhl von dem Zimmermeister Bullwinkel instand setzen zu lassen.

Laut Protokoll vom 28. Mai 1953 wird das Läuten der Glocke an Heinrich Witz für eine jährli-che Entschädigung von 150,- DM vergeben. Vorgeschriebene Läutezeiten: Im Sommerhalb-jahr vom 1.4. bis 30.9. um 6.00 Uhr, um 12.00 Uhr und um 19.00 Uhr. Dagegen im Winter-halbjahr um 8.00 Uhr, um 12.00 Uhr und um 17.00 Uhr. Bei Sterbefällen wird um 10.00 Uhr geläutet und am Beerdigungstage vom Trauerhause bis fast zum Friedhof. Hierfür ist eine Entschädigung von 3,- DM beim Anmelden des Sterbefalles an Witz zu zahlen.

Diese Regelung der Läutezeiten gilt fast ausnahmslos bis heute. Aber auch beim Ausbruch eines Schadenfeuers sollte die Feuerwehr mit Glockengeläut alarmiert werden. Heute be-dient man sich dafür der Sirenen.

Die Einweihung der Glocke wurde auf den 31. Mai 1953 festgelegt.

An einer anderen Stelle im Protokoll ist zu lesen, daß der Ablauf der Feierlichkeiten der Glo-ckenweihe in kurzen Worten im Protokollbuch festgehalten werden soll. Dieses ist mit fol-gendem Text geschehen:

Glockenweihe am 31.5.1953. Dieser Tag, an dem die ganze Gemeinde Anteil hatte, wurde festlich begangen. Trotzdem während der feierlichen Handlung der Himmel die Schleusen offen hielt, leuchtete die Freude aus den Augen aller Teilnehmer über dieses großes Ereig-nis: „Wir haben wieder eine Glocke, die uns nunmehr jeden Tag aufs neue an das gemahnt, was unser Lebensinhalt sein sollte, Gebet und Arbeit." So las man es auf allen Gesichtern. Die Feier wurde durch den Bürgermeister Klaus Viebrock um 16.00 Uhr mit einer Begrü-ßungsansprache eröffnet. Der Posaunenchor unter Leitung von Herrn Lütje Tipke, Rock-stedt, brachte dann den Choral „Allein Gott in der Höh sei Ehr" zu Gehör. Der Lagerseelsor-ger Diakon Behnken, ein Bruder des Bauern Hinrich Behnken, brachte in seiner Ansprache zum Ausdruck, daß diese Glocke uns stets zum Guten mahnen und den Jugendlichen im Lager Sandbostel eine heimatliche Geborgenheit geben möge. Alsdann wurde vom Ge-mischten Chor unter Leitung von Herrn Lehrer Behnke der Chorsatz aus der Glocke: „Holder Friede" gesungen. Die Weiherede von Pastor Meyer, Selsingen, wurde umrahmt von 2 Ge-dichten, vorgetragen von Marlene Ficken und Heinz Behnken und von dem Chorgesang „Großer Gott, wir loben Dich". Pastor Meyer gedachte in seiner Weiherede insbesondere des 1. Stifters der Glocke aus dem Jahre 1896, Herrn Lehrer Wilkens, dessen Bild am Glo-ckenstuhl angebracht war. Hier wurde ein Mann geehrt, der es trotz seiner 9 Kinder fer-tigbrachte, die Anschaffungskosten der ersten Glocke allein aufzubringen. Darüber hinaus stellte er durch letztwillige Verfügung einen Betrag von X,- DM für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung. Bauer Heinrich Witz, dessen Frau eine Nachkommin des Lehrer Wilkens ist, übernahm dann die Glocke in seine Obhut. Mit einem gemeinsamen Lied wurde die Feier beendet. Die Glocke trägt die folgende Inschrift: „Zur Ehre Gottes! Erstmalige Stiftung Leh-rer Wilkens 1896. Kriegsabgabe 1942. Wiederbeschaffung 1953 durch Spenden der Ein-wohner von Ober Ochtenhausen".

Jetzt zum 100jährigen Jubiläum der Glockenstiftung wurde der Glockenstuhl von der Ge-meinde vor wenigen Jahren neu errichtet. Dies war möglich geworden, weil die Gemeinde Sandbostel mit dem Ortsteil Ober Ochtenhausen am Dorferneuerungsprogramm teilnahm. Dieses Progamm setzte die Gemeinde darüber hinaus in die Lage, die Glocke mit einem elektrischen Antrieb auszustatten und damit den Glöckner abzulösen.


III Der Stifter, Persönlichkeit, Familie, Leben und Wirken

Johann Peter Wilkens wurde am 14.12.1823 als viertes lebendes Kind des Landwirts Johann Wilkens und seiner Ehefrau Elisabeth, geb. Kogge, in Groß Meckelsen bei Sittensen gebo-ren. Er wurde Lehrer und hatte zunächst als Junglehrer die Schule in Seedorf bei Selsingen zu versorgen. Dann heiratete er in Ober Ochtenhausen die Witwe des Minstedter Schul-meisters Johann Viets, dem ältesten Sohn des Schulmeisters Karsten Friedrich Viets in Ober Ochtenhausen. In dessen Haus war bisher die Schule gewesen. Sie konnte, da es sich um eine Erbschule handelte, dort auch in dem Hause bleiben. Wilkens übernahm also von dem Schwiegervater die Schulstelle. Er wurde hier Lehrer und blieb es bis zu seiner Pensio-nierung am 30.9.1897, fast 74 Jahre alt.

Nach dem Tode von Johann Peter Wilkens am 28.12.1903 war die Hofstelle ab 1908 mit den Ländereien über Jahrzehnte verpachtet, bis die Erbin, Frau Anna Tibke, dieselbe über-nahm und Heinrich Witz aus Elm heiratete.

Heute bewirtschaftet deren Sohn Lütje Witz mit seiner Frau Elisabeth diese Stelle. Lütje Witz ist ein Ururenkel von Johann Peter Wilkens.

Johann Wilkens, ein unverheirateter Sohn von Johann Peter Wilkens, hat noch bis Febr. 1918 auf dem Hof mit Wohnrecht gelebt, nachdem er etliche Jahre in Texas USA verbracht hatte.

Weitere Nachkommen von Lehrer Wilkens leben in verschiedenen Linien in der hiesigen Gegend, aber auch in Amerika.

Ewald Albers berichtet über Familie und Verbleib der Kinder

Lehrer Johann Peter Wilkens in Ober Ochtenhausen und sein Sohn Friedrich in Cole Camp

Der Lehrer Johann Peter Wilkens in Ober Ochtenhausen pflegte mit seinen drei Söhnen und der Tochter in den USA einen recht intensiven Briefverkehr. Etwa zehn der Briefe an seinen Sohn Friedrich Wilckens in Lamb bei Cole Camp in Missouri befinden sich im Besitz des Urenkels Hillard Wilckens in Cole Camp. Sie wurden zwischen dem 24. Januar 1880 und dem 25. Mai 1903 von Ober Ochtenhausen aus geschrieben. All das, was den Vater beweg-te, brachte er zu Papier und schickte es an seine Kinder.
Über den Fortgang des Familienlebens in Ober Ochtenhausen berichtet der Brief vom 18. Dez. 1896. Da Johann Peter Wilkens nie Eigentümer der ehemaligen Erbschule gewesen war (er hatte die Witwe des eigentlichen Erben Johann Viets geheiratet und war sogenann-ter Interimswirt), mußte er nach dem frühen Tode seiner Frau (1862) schließlich die Eigen-tums- und Erbangelegenheiten regeln. Der Anerbe Johann Wilkens war unverheiratet und lebte noch längere Zeit in Texas. Um zusätzliche Komplikationen zu vermeiden, kaufte Jo-hann Peter Wilkens selbst die ganze Stelle für die beiden in Ober Ochtenhausen lebenden Enkeltöchter Maria und Adelheid Brandt sowie für den unverheirateten Anerben Johann Wil-kens. Der Vater Johann Peter Wilkens übernahm es aber wohl, den anderen Erben (seinen anderen Kindern) das ihnen zustehende Erbe zukommen zu lassen. Für den rechtmäßigen Erben Johann Wilkens ist offenbar ein Wohnrecht eingearbeitet worden.


In der Bremervörder Zeitung vom 8. Mai 1993 berichtet Ewald Albers:

Lehrer Johann Peter Wilkens feierte vor 100 Jahren 50jähriges Jubiläum
- Erinnerungen an einen langjährigen „Pauker" -

Anfang Mai 1893, jetzt genau vor 100 Jahren, gab es in Selsingen eine Feier der Dankbar-keit. Der Lehrer Johann Peter Wilkens aus Ober Ochtenhausen beging sein 50jähriges Amtsjubiläum. Aus diesem Anlaß versammelten sich rund 50 Gäste im Gasthof Wahlen, um die Verdienste des Jubilars zu würdigen. Die Schar der Gäste wurde angeführt vom Kreis-schulinspektor, Pastor Dreyer-Selsingen, gefolgt von der Lehrerschaft der Börde sowie Ver-wandten und Bekannten des Jubilars.

Die Lehrerschaft eröffnete die Feier mit dem vierstimmigen Choral „Bis hierher hat mich Gott gebracht". Pastor Dreyer würdigte in seiner Festrede die Verdienste des Jubilars, dessen Leben sowohl von viel Trübsal als auch von viel Freude begleitet war. Er überreichte ihm schließlich ein Anerkennungsschreiben der Königlichen Regierung in Stade und betonte, daß „Se. Majestät der Kaiser allergnädigst geruht habe, dem Herrn Lehrer Wilkens das All-gemeine Ehrenzeichen mit der Zahl 50 zu verleihen". Hierzu intonierte der Lehrerverein den vierstimmigen Gesang „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren".

Lehrer Behnken aus Minstedt, Präsident des freien Lehrervereins Selsingen, betonte in sei-ner Ansprache das Interesse des Jubilars am Lehrerverein; er gehöre von Beginn an zum Lehrerverein der Gemeinde Selsingen. Nach dem Geschenk der Kollegen (ein Symphonion) erklang das Lied: „Nun danket alle Gott".

Während der anschließenden Festtafel hörte man eine Reihe von Trinksprüchen, von denen der auf den Kaiser sowie der auf den Jubilar im Zeitungsbericht vom Mai 1893 besonders erwähnt wurden. Der Bericht endete mit dem Wunsch „Möge dem Herrn Wilkens vergönnt sein, noch viele Jahre in Kraft und Gesundheit sein Amt weiterzuführen zum Segen der Schule".

Johann Peter Wilkens wurde am 14. Dezember 1823 in Gr. Meckelsen geboren und starb am 28. Dezember 1903 in Ober Ochtenhausen. Als junger Lehrer begann er in Seedorf, wechselte nach seiner Heirat im Jahre 1845 nach Ober Ochtenhausen. Bis 1887 unterrichte-te er in der alten Schule des Dorfes, danach in der neuen. Nachdem er sich ein paar Jahre nach seinem Amtsjubiläum im September 1897 zur Ruhe gesetzt hatte, verbrachte er die letzten Lebensjahre im Hause des Schwiegersohnes Christoph Brandt.


Im Bildband der Volksschule Ober Ochtenhausen Band 1971 wird berichtet:

Aus der Zeit vor 1897. Der Altenteiler Christian Wülpern, im 94. Lebensjahr, erinnert sich an seinen Lehrer Johann Peter Wilkens. Dieser unterrichtete im kleinen 3 m mal 4 m großen schmucklosen Raum. Vorn saßen die Kleinen mit ihren Schiefertafeln auf dem Schoß. Hinter ihnen arbeiteten die Großen an den Tischen.
„Er hatte große Hände." Dann erklärt mir der Greis: „Er nahm meinen Kopf zwischen seine Beine...". Nun weiß ich auch, woher der Ausdruck mit „jemandem Schlitten fahren" kommt.
Im Sommer hatten die Kinder nur wenig Schule. Morgens mußten sie Schafe und Kühe hüten. Im Winter wurde nachgeholt, vormittags und nachmittags Unterricht. Mit-tags wickelten die Schüler ihre Butterbrote aus. Lehrer Wilkens ging eben in die Kü-che zum Essen. (Heute bewohnt Familie Lütje Witz das Anwesen.)
Wenn die Bienen schwärmten, hielt es der Imker in der Schulstube nicht mehr aus. Die Klasse wurde mit Stillarbeit beschäftigt. Hernach kontrollierte er: „Christian, hast du noch nicht weiter geschrieben?" und zum Nachbarn: „Und der große Flegel auch nicht?" Ordnung muß sein! Auch heute noch!"

Wenn man rückblickend bedenkt, daß die Lehrer in aller Regel keine allzu hohe Besoldung erhielten und den allergrößten Teil der Daseinsvorsorge über Selbstversorgung abdecken mußten, dann ist es erstaunlich, daß ein Lehrer als Familienvater mit 9 Kindern es ermögli-chen konnte, seiner Gemeinde diese Glocke zu stiften. Wenn es auch bis ins letzte ein Ge-heimnis bleiben wird, welche Motive zur Stiftung dieser Glocke Anlaß gaben, so kann man wohl sagen, daß die tiefe Frömmigkeit dieses Mannes eine grenzenlose Liebe zur Dorfbe-völkerung entwickelt hat.

 

IV Die Erbschule in Ober Ochtenhausen

Die sogenannten Erbschulen stellten im Elbe-Weser-Raum im vorigen Jahrhundert eine be-sondere Schulform dar und waren in den Dörfern häufig anzutreffen. Die Besonderheit der Erbschule bestand darin, daß im Zuge einer Erbfolge mit Haus und Hof auch die Pflicht zur Versorgung des Schulunterrichtes an den Nachfolger überging, ohne daß es eines Verwal-tungsaktes bedurfte. Dieser Umstand gab in den Dörfern die Sicherheit, daß die Schule stets mit einem Lehrer versorgt war. Man mußte sich nicht alle Jahre zum Herbst, wenn nach der arbeitsreichen Sommerzeit der Schulunterricht wieder begann, nach einem Schulmeister umsehen. Ein Nachteil bei dieser Schulform war allerdings darin zu sehen, daß die Gemein-de auf die Qualität des Lehrers keinen Einfluß mehr nehmen konnte. Wenn also ein weniger begabter Pädagoge den Schulunterricht versah, waren manchmal mehrere Generationen davon betroffen und benachteiligt.

Die Schulaufsicht wollte die Erbschulen nach und nach gerne abschaffen, weil sie sich gele-gentlich zu einer sehr großen und für sie unangenehmen Selbständigkeit entwickelt hatten. Hierzu eine kleine Geschichte, wie sie von Heinrich Behnken in Westermanns Pädagogi-schen Beiträgen aus dem Jahre 1954 geschildert wird:

„... Einst tauchte der „Reitende Oberschulinspektor" Cammann in dem Dorfe R. auf, stellte sein Pferd bei einem Bauern unter und ließ sich den Weg zum Schulhause zeigen; das lag ein bißchen allein zwischen den beiden Ortshälften. Er wunderte sich, daß um das Schulhaus und auch darinnen gar kein Leben zu herrschen schien. Er ging in das Haus hinein und fand auf der Diele einen älteren Mann sitzen, der „Wurstprökel" schnitzte. Den fragte er, wo er wohl den Lehrer treffen könnte. Worauf ihm geantwortet wurde, „De Schoolmeester, dat bün ick". Cammann machte ihn dar-auf aufmerksam, daß der Lehrer doch jetzt in der Schule sein und unterrichten müß-te. Der andere erwiderte: „Vondoog is keen School, wee slacht". Nun wurde es Cammann doch zu bunt; er stellte sich vor und erklärte energisch, er sei gekommen, die Schule zu inspizieren. Da der Lehrer heute nun eigenmächtig den Unterricht aber habe ausfallen lassen, so werde er morgen wieder kommen. Aber der Lehrer antwor-tete ungerührt: „Morgen geiht dat ok nich. Morgen mokt wee Wust." Das war denn doch zuviel. Der Inspektor bedrohte den Lehrer, er werde dem Konsistorium über seine sonderbare Pflichtauffassung berichten und dann werde er abgesetzt. Es machte keinen Eindruck auf den Alten, der immer noch auf seinem Hocker saß, in-des der Oberschulsinspektor vor ihm stand. Er antwortete dem hohen Herrn phleg-matisch: „ Afsetten kann mi keen een. Ick heff hier een Arfschool."

Die Erbschule in Ober Ochtenhausen aber hatte das Glück, mit Johann Peter Wilkens einen anerkannt guten Lehrer gefunden zu haben, der als Seminarabsolvent die Schule sogar in bester Qualität versorgen konnte.

Als Lehrer Wilkens 1897 in Ruhe ging und seinem Nachfolger Hinrich Tomforde die Schule übergab, war es in Ober Ochtenhausen mit der Erbschule vorbei.


V Mit Hinrich Tomforde beginnt eine neue Zeit in der Schule

In Ober Ochtenhausen beginnt damit in schulischer Hinsicht eine neue Zeit. Bereits Mitte des Jahrhunderts hatte die Gemeinde in der Spezial- und Gemeinheitsteilung der Dorfschaft Ober Ochtenhausen Ländereien für die Schulstelle ausgewiesen. Lediglich ein Schulhaus fehlte noch. Diesem Mangel wurde abgeholfen, als Mitte der achtziger Jahre die Gemeinde die ehemalige Gastwirtschaft der Familie Riggers kaufte, nachdem diese in finanzielle Schwierigkeiten gekommen war und in die USA auswanderte. Dieses alte Haus, das jetzt Schule werden sollte, war nicht gerade im allerbesten baulichen Zustand, aber für eine Schule sollte es doch wohl noch reichen. Lehrer Wilkens hat den Umzug von seinem Hause in dieses nun neue Schulhaus noch vollzogen, bevor er sich 1897 dann zur Ruhe setzte und vom neuen Lehrer Hinrich Tomforde in Ober Ochtenhausen abgelöst wurde. Hinrich Tom-forde schreibt in seinen Lebenserinnerungen folgendes:

„Die Wohnung war dort noch sehr primitiv. Der Fußboden in meiner Stube war nicht gestrichen, die Wände nur mit Kalk getüncht. Ich kaufte mir sofort Tapeten auf eige-ne Kosten ..... Alle anderen Räume hatten auch noch ihre weiß getünchten Wände."

Hierzu finden wir auch einen Beitrag in dem Bildband aus der Ober Ochtenhausener Schule aus dem Jahre 1971. Dort ist ein Bild von der Schule mit der Lehrerfamilie Tomforde. Fol-gendes ist dort niedergeschrieben:

„Wo haben die Kinder vor 1938 das Lesen gelernt?
Eine braune Fotografie zeigt die Südfront des strohgedeckten Fachwerkhauses, das auf dem Schulgrundstück gestanden hat. Lehrer Hinrich Tomforde, dunkler Anzug, „Vatermörder", Vollbart, eine Hand auf dem Rücken, die andere an der Uhrkette, prä-sentiert sich mit Familie dem Fotografen.
Als er um die Jahrhundertwende hierher kam, wurde ihm ein weißgekalktes Zimmer mit Lehmfußboden als Wohnung zur Verfügung gestellt. „Er besaß Tisch, Schrank, Stuhl, und Bett und zog ein."
Der Grundriß dieses Hauses zeigt, der Fotografie folgend - von Westen her Schlaf-zimmer, Wohnzimmer, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Schlafzimmer, Honigkammer, Lehmdiele, Ställe, Küche, Flur und Klasse. Ein Gastwirt hatte hier bis 1897 solange seinen Gästen Bier ausgeschenkt, bis er Konkurs ging. Einwohner erinnern sich an ihr Schulzimmer:
an die gekalkten Wände, die abfärbten, an das Lutherbild, die Stehtafel, die Klappti-sche. Zum Inventar gehörte ein Stock, Landkarten, Globus und ein Geigenkasten.


VI Das alte Schulhaus brennt ab - die Gemeinde baut eine neue Schule

Das alte 1896 von der Gemeinde Ober Ochtenhausen erworbene Fachwerkhaus diente bis zum Jahre 1937 als Schulhaus. Dann schlug der Blitz ein, und es brannte bis auf die Grundmauern nieder. Das war ein schwerer Schlag für die Gemeinde, aber auch für den damaligen Lehrer Wortmann. Wortmann war in den Ferien ortsabwesend, und die Feuer-wehr hatte zu tun, um zu retten, was irgendwie vor den Flammen zu retten war. Damit war dann aber auch Gelegenheit für den Bau einer vollkommen neuen Schule nach modernen Gesichtspunkten gegeben, wie sie in Größe und Qualität zu einem Dorf wie Ober Ochten-hausen gehörte. Vorübergehend wurde Unterricht in der Kinderstube bei Angelus Meyer im Wohnhaus gehalten. Unterrichtet wurde in zwei Abteilungen: morgens zunächst die Größe-ren, die oberen Jahrgänge, und dann gegen Mittag für einige Stunden die unteren Jahrgän-ge.

Der Neubau wurde geplant und betreut von dem Architekten Holst aus Sittensen. Maurer-meister Johann Thoden aus Ober Ochtenhausen machte die Maurerarbeiten. Die erforderli-chen Ziegelsteine wurden von der Ziegelei in Bevern bezogen und mit einem Bulldog und zwei Anhängern angeliefert. Vormittags und auch nachmittags, wenn jeweils Steinfuhren gebracht wurden, mußten die Schulkinder die Steine mit abladen. Während des Vormittags, während der Unterrichtszeit, war dies eine willkommene Abwechslung. Die Steine waren oft noch warm oder heiß, wenn sie gebracht wurden, weil sie gerade aus dem Brennofen ka-men.

Der Klassenraum war in der Größe von 6 m x 9 m auf den Ober Ochtenhausener Bedarf zugeschnitten. Er wurde mit modernen Bänken und Tischen ausgestattet. Vor der Schul-klasse war ein Garderoben- und Warteraum für die Kinder, die noch nicht in den Unterricht kommen sollten, vorhanden. Hier befand sich auch ein Wasserhahn und eine Trinkeinrich-tung für die Schulkinder. Im hinteren Bereich, dem Klassenraum zugeordnet, lag der Lehr-mittelraum, der gleichzeitig als Gruppenunterrichtsraum oder als Raum für den Werkunter-richt diente. Hier mußten einzelne Schüler der oberen Jahrgänge Rechenübungen und auch Leseübungen mit den unteren Jahrgängen machen. Diese Form des Unterrichtes war in der damaligen Zeit in den Schulen gang und gäbe und eine willkommene Entlastung für den Lehrer. Beheizt wurde der Klassenraum mit Torffeuerung von einem leistungsfähigen Ka-chelofen an der hinteren Klassenwand. An der vorderen Klassenwand nach rechts versetzt über der Wandtafel hing bis 1945 das Bild des „Führers", danach wurde es nie wieder gese-hen. Das Lutherbild über der Eingangstür dagegen hat alle Zeiten überdauert.

Als eine große Seltenheit und Besonderheit galt die Gemeinschaftsduschanlage im Kellerbe-reich des Schulhauses. Diese war mit einer Kohlefeuerung eingerichtet. Sonnabends stand in den letzten beiden Unterrichtsstunden Sport auf dem Stundenplan. Dann wurde geduscht. In der zweitletzten Stunde kamen die Mädchen an die Reihe und in der letzten Stunde die Jungen. In den Abendstunden wurde die Duschanlage dann der Dorföffentlichkeit zugäng-lich gemacht. In hygienischer Hinsicht hatte man damit für die damalige Zeit einen großen Fortschritt gemacht.

1939 wurde das neue Schulhaus eingeweiht und seinem Zweck übergeben. Die Einwei-hungsansprache hielt Pastor Meyer. Bis zur Einrichtung der Mittelpunktschule in Selsingen unterrichtete hier ein Lehrer 8 Jahrgänge. Dann verlegte man zunächst die oberen 4 Jahr-gänge in die Mittelpunktschule Selsingen, um sie dort schulisch besser zu unterrichten und zu versorgen. 1972 wurde dann die Ober Ochtenhausener Schule gänzlich aufgelöst, als man weitere Jahrgänge in die Mittelpunktschule Selsingen aufnahm. Von 1972 bis 1975 gin-gen die Erst- und Zweitkläßler nach Sandbostel. Der letzte Lehrer in Ober Ochtenhausen war Karl Friedrich Beyermann.


VII Die einklassige Volksschule

Manch einer kann sich heute nicht mehr vorstellen, daß von einem einzigen Lehrer 8 Jahr-gänge in einer Klasse unterrichtet werden konnten und dabei auch noch ein so hohes Maß an Lernzielen erreicht wurde, daß man Schulmeister werden konnte.

Hinrich Tomforde schreibt in seinen Lebenserinnerungen folgendes:

„Im Sommer hatten wir damals anfangs nur 2 Stunden Unterricht. Morgens von 6 bis 8 Uhr. In den letzten Jahren wurden es 3 Stunden von 6 Uhr bis 9 Uhr. In der übrigen Zeit mußten wir Knaben Vieh hüten. Denn jeder größere Bauer hatte noch eine große Schafherde von 100 bis 150 Stück, und die Kuhweiden waren noch nicht eingefrie-digt."

Unsere Eltern noch hatten im Sommer nur vormittags Unterricht und im Winter vormittags und nachmittags. Möglichkeiten, höhere Schulen zu besuchen, waren für Kinder aus stadt-fernen Dörfern kaum vorhanden.

Wer dennoch etwas mehr lernen wollte, ging in den Wintermonaten gelegentlich zu Ver-wandten in größere Dörfer, wo schon besser ausgebildete Lehrer unterrichteten, um dort noch etwas besser schreiben und rechnen lernen zu können.

 

VIII Lehrer werden war nicht schwer ...

Wer vor 150 Jahren Lehrer werden sollte oder wollte und wie dieses entschieden wurde, mag uns heute sonderbar erscheinen. Heinrich Behnken schreibt im Jahrbuch 55 des Hei-matbundes der Männer vom Morgenstern auf Seite 122 darüber, wie sein Vater Lehrer ge-worden ist:

„Zu seinem Vater, einem Bauern in Anderlingen, Kirchspiel Selsingen, kam eines Tages im frühen Herbst ein Bauer aus Lavenstedt, um mit ihm um ein Pferd zu handeln. Als sie den Handel abgeschlossen hatten, saßen sie noch an der offenen Feuerstelle im Flett zusam-men, und nun rückte der fremde Bauer mit seinem zweiten Anliegen heraus: Sie hätten in Lavenstedt noch gar keinen Schulmeister für die Winterschule. Ob mein Großvater ihnen nicht einen nachweisen könnte? Ja, sagte der, er habe von seinen 4 Jungen selber einen übrig, den Zweitjüngsten dort, der gerade die Diele fegte, wenn sie den haben wollten. Ob der denn gut habe lernen können? Oh, das sei soweit ganz tüchtig gegangen. Der wisse ziemlich alles auswendig und zum Schulmeister lange es gewiß. - Ja, dann möge er ihn doch geben. Der junge Mensch, mein Vater, damals noch nicht ganz 16 Jahre alt, wurde gerufen, war mit dem Plane einverstanden und wurde von dem Gast, dem Bauern, durch Handschlag als Lehrer in Lavenstedt in Dienst und Pflicht genommen. Der junge Lehreraspi-rant hatte dann nur noch am nächsten Sonntag nach dem Gottesdienst in Selsingen bei dem alten Superintendenten Wendt eine sehr kurze Prüfung abzulegen. ...
Und dann erhielt er ein Zeugnis... . Mit diesem Zeugnis stand für den jungen Menschen dem Beginn der Lehrtätigkeit nichts mehr im Wege. Er wurde also Lehrer in Lavenstedt gegen eine Entlohnung von 8 Talern und dem Reihetisch im Dorf."

 

Glockenklang ......


Glockenklang macht den Alltag zum Festtag, lädt zum Innehalten ein, zum Nachdenken, zur Besinnung, zum Gebet.


Glockenklang ist Übermittlung einer Nachricht, einer ganz bestimm-ten: Morgen - Mittag - Abend.


Glockenklang am halben Vormittag macht immer betroffen wegen der Kunde, daß ein Mensch im Dorf das Ziel der Zeit erreicht hat.


Glockenklang zur Unzeit wirkt aufregend. Irgendwo ist Leben, Hab und Gut in Gefahr, .... ist Hilferuf an Feuerwehr und Nachbarn.

 

 

Ewald Albers, Lehrer in Zeven, ist ein hervorragender Kenner der familiären und beruflichen Verhältnisse des Stifters. Er war in den USA bei Nachkommen der Familie Wilkens und er-hielt dort Einblick in eine Sammlung von Briefen, die J.P. Wilkens von 1880 bis 1903 an sei-ne Kinder in den USA geschrieben hat.

Frau Dr. Elfriede Bachmann ist Leiterin des Kreisarchivs und der Museen in Bremervörde beim Landkreis Rotenburg /Wümme.

Karl Friedrich Beyermann, jetzt Lehrer in Sittensen, war der letzte Lehrer an der einklassigen Volksschule Ober Ochtenhausen und wirkte dort in den Jahren von 1965 bis 1972, dem Jahr der Auflösung dieser Dorfschule. Eine pädagogische Besonderheit war bei ihm die Heraus-gabe von kleinen Bildbänden, deren Texte im wesentlichen von den Schülern verfaßt wur-den, dazu Linolschnitte von Schülern und Fotographien vom Lehrer gemacht.

 

Im Verlag Volksschule Ober Ochtenhausen erschienen zum Thema „Bilder und Geschichten unserer Heimat"

„Das Fernglas" 1969
„Beiderseits der Oste" 1970
„Beiderseits der Oste" 1971
„Beiderseits der Oste" 1972

 

Aus diesen Büchern wird in dieser Broschüre zitiert.

 

Manfred Thoden ist gebürtiger Ober Ochtenhausener und von Kindheit an interessiert an der Dorf- und Familiengeschichte. Er ist Pastor in Sittensen.

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