"Spatzennest" vor dem Aus

Foto: ZZ / L. Hilken
Foto: ZZ / L. Hilken

Der Selsinger Spielkreis „Spatzennest“soll im Sommer dieses Jahres für immer seine Türen schließen. Das hat der Sozialausschuss der Samtgemeinde am Donnerstagabend einstimmig empfohlen – gegen den Willen betroffener Eltern, die ihre Kinder weiter an der Rosenstraße betreut wissen möchten.

Die Entscheidung kam für viele Mütter und Väter recht kurzfristig und überraschend. Sie waren zwei Wochen zuvor bei einem Elternabend über das mögliche Aus für den Spielkreis informiert worden. Der Unmut zeigte sich in der großen Resonanz, die die Ausschusssitzung fand. Rund zwei Dutzend Zuhörer fanden sich im Rathaus ein, um die Diskussion zu verfolgen.

 

Sozialausschussvorsitzende Ulrike Ringen aus Ostereistedt äußerte Verständnis für die Eltern, auch wenn sie Angriffe auf Verwaltung und Politik in sozialen Netzwerken „nicht schön“ fand. Sie bezeichnete das „Spatzennest“ als eine lebendige und „super geführte Einrichtung“, in der alle Beteiligten mit viel Herzblut dabei seien.

 

Und sie trug einen Brief vor, der im Namen der Eltern formuliert worden war. Darin betonen diese, mit einer Schließung nicht einverstanden zu sein und wehren sich dagegen, nun kurzfristig entscheiden zu sollen, in welche Kita sie ihre Kleinen fortan zu schicken gedenken. Sie heben die familiäre Atmosphäre des „Spatzennestes“ hervor, das stets voll belegt sei. Warum eine so „schöne und beliebte Einrichtung“ geschlossen werden solle, fragen sie.

 

Die Antwort gab Samtgemeindebürgermeister Hans-Hinrich Pape. Er erwähnte den demografischen Wandel, sinkende Geburtenzahlen. Die führten dazu, dass immer mehr Kita-Plätze leer bleiben – mit steigender Tendenz. Im Sommer 2014 seien es 53 Plätze, rechnerisch zwei Kindergartengruppen, für die Räume und Personal vorgehalten werden müssten. Ein Jahr später seien es wohl sogar 75 unbesetzte Plätze, wenn die Kommune nicht handelt. Diese Entwicklung gelte es zu stoppen. „Der finanzielle Aufwand muss vertretbar bleiben“, argumentierte Hans-Hinrich Pape.

Kita in jeder Gemeinde

Politischer Wille sei es, in jeder der acht Mitgliedsgemeinden mindestens eine Einrichtung ortsnah zu erhalten. In der Gemeinde Selsingen bestünden aktuell zwei Kindergärten in Selsingen und Haaßel sowie der besagte Spielkreis „Spatzennest“. Eine Schließung sei hier ins Auge gefasst worden, weil sie vergleichsweise unproblematisch sei. Zum nächsten Kita-Jahr verblieben hier acht Kinder, die noch nicht eingeschult werden, denen aber im Ort beziehungsweise in naher Umgebung eine umfangreichere Betreuung geboten werden könne. „Das wäre sonst nirgends möglich“, verdeutlichte der Bürgermeister.

 

Die Schließung um ein Jahr hin auszuzögern dagegen verlagere die Probleme nur auf andere Eltern und vergrößere den Druck zu handeln. „Die Zahlen sprechen für sich, es werden immer Einzelne betroffen sein“, bilanzierte Ratsherr Dr. Hein-Arne zum Felde.

Überangebot reduzieren

Ordnungsamtsleiterin Freya Söchtig erklärte, die betroffenen acht Kinder könnten sogar geschlossen in eine andere Einrichtung gehen, etwa in den Kindergarten im nahen Haaßel.

 

Während einer Sitzungsunterbrechung kamen interessierte Zuhörer ausführlich zu Wort. Eine Mutter befürchtete, dass angesichts der sinkenden Kinderzahlen weitere Gruppen geschlossen werden, was Hans-Hinrich Pape nicht ausschließen wollte.

 

Eine andere gab an, extra nach Selsingen gezogen zu sein, weil es hier alle erforderlichen Einrichtungen gibt. Sie wolle ihr Kind nun nicht auswärts betreut haben. Das änderte nichts an dem Willen der Kommunalpolitiker, das „Spatzennest“ im Sommer zu schließen, um das Überangebot an Plätzen um 20 zu reduzieren. Das letzte Wort darüber hat der Samtgemeinderat.

 

 

Artikel der Zevener Zeitung vom 25.01.2014

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