„Qualität des Unterrichts verbessern“

Foto: Zevener Zeitung
Foto: Zevener Zeitung

„Es ist mutig, eine solche Funktion anzustreben. Man kann es nicht allen recht machen, jeder hat eigene Vorstellungen und Erwartungen.“ Das sagte Evelyn Dorweiler, Schulfachliche Assistentin der niedersächsischen Landesschulbehörde, als sie am Montag den Didaktischen Leiter der Selsinger Oberschule, Timo Brokmann, offiziell ernannte.

Was diese Aufgabe bedeutet, erläuterte der 32-Jährige im Gespräch mit der Zevener Zeitung.

 

Herzlichen Glückwunsch, Herr Brokmann. Sie sind zum Didaktischen Leiter ernannt worden. Welche Aufgaben hat ein solcher?

 

Der Didaktische Leiter an einer Oberschule ist im Kerngeschäft dafür zuständig, die Unterrichtsqualität zu verbessern, die Zusammenarbeit zwischen Kollegen und unterschiedlichen Schulen – Grundschulen zum Beispiel oder Gymnasien – zu fördern, die Schule und das Schulprogramm gemeinsam mit den Kollegen weiter zu entwickeln, damit es an die Anforderungen der Schüler und Ausbildungsbetriebe herangeführt wird.

 

Gibt es konkrete Projekte?

Momentan bin ich noch sehr stark im Ganztagsbereich tätig: Ausbau der Ganztagsschule mit Nachmittagsangeboten und Mensa. Bei uns an der Schule heißt das Zauberwort Rhythmisierung. Wir haben keine klassischen Unterrichtsstunden mehr, sondern 80-Minuten-Blöcke: Drei am Vormittag, dann zwei kürzere Blöcke in der Mittagszeit und einen 80-Minuten-Block am Nachmittag. Das zu koordinieren und in einen guten pädagogischen Zusammenhang zu bringen fällt in meinen Bereich mit hinein – zusammen mit den Kollegen zu schauen, was optimal ist für die Schülerinnen und Schüler.

 

Welchen Vorteil sehen Sie in der Rhythmisierung gegenüber dem klassischen 45-Minuten-Unterricht?

 

Das Besondere daran ist, dass wir innerhalb des Unterrichts besser auf die Schüler eingehen können. Auch wenn es danach klingt, dass man weniger Unterricht hat. Diese 80 Minuten sind effektiver. Bei drei Blöcken am Vormittag haben wir im Gegensatz zu sechs Unterrichtsstunden weniger Lehrerwechsel, die Schüler müssen weniger Material mit zur Schule bringen und sie können intensiver an einem Thema arbeiten. Offener Unterricht, der für uns durch die Inklusion ganz wichtig geworden ist, um alle Schüler zu erreichen, ist für uns in einem 80-Minuten-Block wesentlich besser möglich.

 

Die Rhythmisierung hat auch den Sinn zu schauen, wie die Leistungsfähigkeit eines Schülers an einem Arbeitstag ist und sich darauf einzustellen. Wann ist das Mittagessen oder wann ist Freizeit dran – neben Pausen, die sie ohnehin haben.

 

Welche Vision haben Sie, wie wird der Unterricht an der Oberschule in fünf Jahren aussehen?

 

Durch die Veränderungen auch baulicher Art haben wir jetzt viel mehr Möglichkeiten, die Schüler selbständiger arbeiten zu lassen. Ich glaube, das wird in den nächsten fünf Jahren unsere große Aufgabe sein: Die Schüler mit Informationen und Lerninhalten zu versorgen, sodass sie damit arbeiten können – so wie sich auf dem Arbeitsmarkt immer mehr abzeichnet, dass Teamarbeit und selbständiges Arbeiten die Kernelemente sind. Darin wollen wir die Schüler jetzt schon schulen und mit den Inhalten ins Berufsleben entlassen, damit die Firmen gutes Personal finden.

 

Welche Zusatzausbildung haben Sie absolvieren müssen, um Didaktischer Leiter zu werden?

 

Es ging damit los, dass ich aus reinem Interesse mit der Ganztagsschule begonnen habe, bevor die Oberschule überhaupt ein Thema war. Da hatte ich schon einiges an Fortbildung gemacht. Mein Kerngeschäft ist das Begleiten von Entwicklungen. Ich habe mich in Sachen Prozessmanagement fortgebildet, aber auch in Bezug auf Unterrichtsinhalte oder Lehrpläne.

 

Wir sind eine Gruppe von Didaktischen Leitern, die sich regelmäßig übers Jahr verteilt trifft und an Fortbildungen teilnimmt.

 

Die Schüler profitieren von effektiverem Unterricht. Welche Auswirkungen hat die Arbeit aufs Kollegium?

 

Ganz große. Das kann man besonders an der Inklusion festmachen. Der Unterricht muss komplett anders gedacht, der Schüler anders betrachtet werden – nicht nur als Klasse, sondern einzeln.

 

Das heißt nicht, dass für jeden Schüler einzeln eine Aufgabe vorbereitet werden muss, aber in der Klasse haben wir Schüler mit unterschiedlichem Leistungsniveau plus die Schüler, die sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf haben. Darauf muss man sich einstellen. Das erfordert von den Kolleginnen und Kollegen ein gutes Handwerkszeug. Sie müssen Methodenvielfalt besitzen, zum Beispiel wie man eine 80-Minuten-Zeit gut aufbaut, damit sie am Ende zu einem guten Ergebnis kommen. Daran muss man sich gewöhnen und wir bieten auch Fortbildungen an.

 

Haben Sie Wünsche?

Das ist eine gute Frage. Der Schulstandort wird sich weiter entwickeln. In welche Richtung, das wissen wir jetzt ja noch nicht. Da wünsche ich mir vom Schulträger und den umliegenden Schulen, dass wir da zusammenarbeiten und ein gemeinsames Konzept entwickeln. Nicht jeder gegen jeden, sondern dass es eine gemeinsame Sache wird.

 

 

 

Artikel vom 25.09.13 - 16:00 Uhr

Samtgemeinde Selsingen

Hauptstr. 30
27446 Selsingen
Tel.: 04284 - 9307-0
Fax: 04284 - 9307-555

samtgemeinde@selsingen.de

Öffnungszeiten:

Mo. - Fr.  8.00 - 12.00 Uhr

Do.       14.00 - 18.00 Uhr

 

Hier sehen Sie unseren

Verwaltungsgliederungsplan

Gleichstellungs-beauftragte

Hannelore Brünjes

Tel.: 04284 / 1308

gleichstellung@selsingen.de

Demografiegutachten

Das aktuelle Gesamtgutachten und die Kurzfassung finden Sie hier

Einzelhandelskonzept

Der Rat der Gemeinde Selsingen hat das Einzelhandelskonzept in seiner Sitzung am 18.09.2013 als städtebauliches Entwicklungskonzept beschlossen. Das Konzept soll regelmäßig fortgeschrieben werden.

Einzelhandelskonzept_Selsingen_Endfassun
Adobe Acrobat Dokument 1.1 MB

Werbegemeinschaft Selsingen

Vergünstigungen für Ehrenamts- und Juleica-Karteninhaber [mehr]