Feier mit den Soldaten der ersten Stunde

Foto: ZZ / Lutz Hilken
Foto: ZZ / Lutz Hilken

Das jetzt in Seedorf stationierte Fallschirmjägerbataillon 313 feiert sein 20-jähriges Bestehen. Ein Anlass, um mit drei langjährigen Soldaten des Verbandes zu sprechen: Oberstabsfeldwebel Dirk Beckmann, der dem Bataillon seit 19 Jahren angehört, Hauptfeldwebel Jörg Ohlendorf (seit 2002) und Oberstabsfeldwebel Albert Plohr

20 Jahre Fallschirmjägerbataillon 313: Was bedeutet das für Sie?

 

Plohr: Ein Verband, der jetzt 20 Jahre steht, bedeutet 20 Jahre Zusammenhalt in einem Bataillon. Es ist 1993 aus einer Umstrukturierung entstanden.

 

Beckmann: Das Fallschirmjägerbataillon 271 und ein Panzergrenadierbataillon sind damals fusioniert, daraus ist das Fallschirmjägerbataillon 313 entstanden.

 

Wie wächst man als Soldat in den neuen Verband hinein und was bedeutet das im Laufe von zwei Jahrzehnten?

 

Beckmann: Vor 20 Jahren hieß es, wir müssen uns weiterentwickeln, wir gehen jetzt von Iserlohn nach Varel. Dort hatten wir damit zu tun, mit Grenadieren zu fusionieren, einen gemeinsamen Geist zu entwickeln. Kaum war das geschafft, waren Familien umgezogen, Häuser gebaut, ist man Teil der Gesellschaft geworden, hat die Frau Arbeit gefunden, sind die Kinder dort zur Schule gegangen, kam die nächste Struktur.

 

Ein Fallschirmjägerbataillon, das sich gerade gefunden hatte, ging nach Doberlug-Kirchhain in den Osten, erneut fusioniert mit einem Panzerbataillon. Also sind Familien nach Doberlug-Kirchhain gezogen, haben sich dort ihr Häuschen gebaut. Dann kam die nächste Struktur und man findet sich in Seedorf wieder.

 

Plohr: Wir Soldaten haben die Reparatur am laufenden Motor, wie man so schön sagt. Das ist für uns mittlerweile Routine geworden. Die Leidtragenden sind unsere Familien.

 

Wir Soldaten gehen in die Kaserne, haben die Kameraden, unseren Arbeitgeber, unser Umfeld, da kann man sich schnell einleben. Für die Familie heißt das: Die Frau braucht Arbeit, die Kinder müssen sich neue Freunde in einer neuen Schule suchen, sich umgewöhnen. Das soziale Umfeld bleibt für Soldatenfamilien durch die Strukturreformen ein bisschen auf der Strecke.

 

Wollten Sie schon immer zu den Fallschirmjägern gehen, als Sie zum Militär gingen?

 

Plohr: Man muss den Willen haben, Fallschirmjäger zu werden, sonst braucht man hier nicht herzukommen.

 

Beckmann: Ich habe Kfz-Mechaniker gelernt. Fallschirm springen wollte ich immer schon mal. So kam es, dass ich damals bei den Fallschirmjägern in Iserlohn landete. Hier habe ich von der Wehrpflicht bis zum Berufssoldaten meinen Weg gemacht.

 

Ohlendorf: Mein Vater hat Schuld an der ganzen Sache. Er war auch bei der Armee, hat mir immer viel erzählt. Er ist selber gesprungen. Eigentlich wollte ich gar nicht zur Bundeswehr: Ich bin gelernter Industriemechaniker, hatte ein gutes Gehalt und einen guten Job. Irgendwann kam die Einberufung. Ich muss zu den Fallschirmjägern, habe ich gesagt. Das hat glücklicherweise geklappt. Ich habe gemerkt: Das ist genau mein Ding. Ich habe meine militärische Heimat gefunden. Es gibt immer wieder neue Herausforderungen.

 

Was ist das Besondere am Fallschirmjägerbataillon 313?

 

Beckmann: Es ist der erste Verband gewesen, der damals als Speerspitze aufgebaut wurde. Als Krisenreaktionskräfte. 1997 war der erste Einsatz im Bataillonsrahmen in Bosnien. Kurz darauf folgte der Kosovo. Danach waren wir als erstes Kontingent in Afghanistan in Kabul eingesetzt gewesen, es folgten weitere Kontingente. Wir waren federführend immer vorne mit dabei.

 

Gibt es Unterschiede zu anderen Verbänden, etwa dem Schwesterbataillon 373 in Seedorf?

 

Beckmann: Ja klar gibt es Unterschiede, wir sind besser (lacht).

 

Plohr: Eine gesunde Konkurrenz und ein bisschen Gefrotzel gehören dazu. Fallschirmjäger sind eine große Familie.

 

Können Sie rückblickend Höhepunkte der Dienstzeit benennen?

 

Beckmann: Der erste Einsatz 1997 war mit Sicherheit ein Highlight für das Bataillon, auch das erste Kontingent in Afghanistan.

 

Plohr: Und der Einsatz 1999.

 

Und die Tiefschläge?

Plohr: Das sind Tage im Einsatz, an denen Kameraden fallen oder verwundet worden sind. Das möchte man am liebsten verdrängen. Diese Tage sollten sich nicht wiederholen. Darauf kann man gut verzichten.

 

Beckmann: Grundsätzlich kann man sagen: Wir sind ein gewachsener Verband, ein stolzes Fallschirmjägerbataillon, für das viele geschwitzt haben.

 

Was gibt es Besonderes am Festtag zum 20-jährigen Bestehen?

 

Der erste Kommandeur des Fallschirmjägerbataillons 313 kommt jetzt zur 20-Jahr-Feier als Vier-Sterne-General, das ist bemerkenswert.

 

2014 beginnt die Umstrukturierung der Bataillone in ein Fallschirmjägerregiment. Was bedeutet das für Sie?

 

Plohr: Es ist nicht schön, wenn ein Bataillon aufgelöst wird. Irgendwie hängt man ja daran.

 

Beckmann: So schade es ist: Der Weg führt nach vorne. Wir behalten die Truppengattung, wir behalten den Standort. Das Kind bekommt einen neuen Namen und wird ein bisschen kleiner. Daher können wir gut nach vorne schauen.

 

Sie haben einen Wunsch frei.

 

Beckmann: Viel Soldatenglück. Dass alle Kameraden aus den zukünftigen Einsätzen heil zurückkommen werden. Die Einsatzgebiete werden anspruchsvoller.

 

Foto: Seit vielen Jahren dabei: Hauptfeldwebel Jörg Ohlendorf, Oberstabsfeldwebel Albert Plohr und Oberstabsfeldwebel Dirk Beckmann (von links) blicken zurück auf 20 Jahre Fallschirmjägerbataillon 313.

 

Artikel und Fotos der Zevener Zeitung (Lutz Hilken) am 30.09.2013

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